Das Exposé in den Wirtschaftswissenschaften.
Hier wird zweierlei geprüft: ob Ihre Frage theoretisch verankert ist und ob die Daten, die Sie brauchen, tatsächlich erreichbar sind. Beides entscheidet sich vor der ersten Zeile Fließtext.
Das Exposé beschreibt Forschungslücke, theoretischen Rahmen, Forschungsfrage, Modell oder Hypothesen, Datengrundlage, Methode, erwarteten Beitrag und Zeitplan. Für Berufstätige ist der Datenzugang der kritische Punkt: Ohne belastbare, schriftliche Zusage bleibt das beste Design ein Entwurf.
Die Bestandteile
Der Umfang liegt meist bei 8 bis 15 Seiten, je nach Vorgabe der Betreuung.
Der theoretische Rahmen trägt die Arbeit
In den Wirtschaftswissenschaften entscheidet der Rahmen, welche Variablen relevant sind und wie Ergebnisse gedeutet werden. Wer ohne Rahmen erhebt, produziert Daten ohne Deutung, und genau das fällt in der Begutachtung auf.
Der Rahmen muss nicht neu sein. Er muss passen, sauber referenziert sein und erkennen lassen, an welcher Stelle Ihre Arbeit ihn erweitert, prüft oder auf einen neuen Kontext überträgt.
Den Praxisbezug richtig setzen
Ein Thema aus dem eigenen Unternehmen ist ein Vorteil, solange die Frage über den Einzelfall hinausreicht. Formulieren Sie deshalb nicht das Problem Ihrer Abteilung, sondern die allgemeine Frage dahinter, und zeigen Sie, warum die Antwort auch für andere Organisationen gilt.
Halten Sie schriftlich fest, welche Daten Sie nutzen dürfen und was veröffentlicht werden darf. Diese Zusage gehört als Anlage zum Exposé. Sie beantwortet die erste Rückfrage jeder Betreuung, bevor sie gestellt wird.
Häufige Schwächen
Ohne theoretische Einbettung bleiben Ergebnisse deskriptiv und schwer zu deuten. Das ist der häufigste Rückläufer.
Eine Hauptfrage mit wenigen Teilfragen ist stärker als ein Katalog, der in keiner Phase abzuarbeiten ist.
Die häufigste Bruchstelle. Zugangsfragen gehören vor das Design, nicht in die Erhebungsphase.
Die Wahl des Verfahrens muss aus der Frage folgen. Ein Regressionsmodell, das nichts identifiziert, überzeugt niemanden.
Nachgefragt.
Quantitativ oder qualitativ?+
Was die Frage verlangt. Beides ist anerkannt, gemischte Designs ebenfalls. Prüfen Sie, was an Ihrer Zielfakultät üblich ist.
Kann ich Unternehmensdaten verwenden?+
Ja, mit schriftlicher Freigabe für Nutzung und Veröffentlichung. Ohne diese Zusage ist das Design nicht belastbar.
Wie viel Literatur gehört ins Exposé?+
Die zentralen Arbeiten, nicht alles Gelesene. Es geht um Orientierung, nicht um Vollständigkeit.
Muss der Beitrag schon feststehen?+
Der erwartete Beitrag ja, das Ergebnis nicht. Sie beschreiben, was nach der Arbeit anders bekannt sein wird.
Wie lang sollte es sein?+
Meist 8 bis 15 Seiten, je nach Vorgabe der Betreuung.
Brauche ich Hypothesen?+
Bei quantitativen Designs in der Regel ja. Qualitative Arbeiten formulieren stattdessen leitende Fragen.
Passt dazu.
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