Ehrendoktor: Auszeichnung, nicht Abschluss.
Ein Dr. h.c. ehrt eine Lebensleistung. Er entsteht ohne Promotionsverfahren, und das hat konkrete Folgen dafür, wie er geführt werden darf.
Der Ehrendoktorgrad wird von einer Fakultät für besondere Verdienste verliehen, ohne Dissertation und ohne Prüfung. Geführt werden darf er nur mit dem Zusatz h.c. oder E.h.; auch die Eintragung in Ausweisdokumente ist an diesen Zusatz gebunden. Angebote, die einen Ehrendoktor gegen Zahlung in Aussicht stellen, sind keine akademische Auszeichnung.
Wie eine echte Ehrenpromotion zustande kommt
Der Anstoß kommt aus der Fakultät, nicht von der zu ehrenden Person. Es folgen Beratung und Beschluss der Gremien, häufig unter Beteiligung mehrerer Fakultäten, und eine öffentliche Verleihung mit Laudatio. Bewerben kann man sich nicht, und bezahlen erst recht nicht.
Universitäten vergeben Ehrendoktorate sparsam, oft nur wenige pro Jahr. Genau diese Zurückhaltung macht die Auszeichnung wertvoll.
Wie er geführt wird
In Deutschland darf ein Ehrendoktorgrad nur mit dem Zusatz h.c. oder E.h. geführt werden. Ohne diesen Zusatz ist die Führung unzulässig, und unbefugte Titelführung ist kein Kavaliersdelikt.
Für ausländische Ehrendoktorgrade gilt dasselbe: Die Eintragung in Ausweisdokumente ist nur in der zulässigen Form mit Zusatz möglich, und auch nur dann, wenn die verleihende Einrichtung anerkannt ist.
Der Markt daneben
Vor allem in Dubai, Doha und Indien hat sich ein Markt entwickelt, auf dem Ehrendoktorate in Massenveranstaltungen gegen Gebühren verliehen werden, teils mit hunderten Geehrten an einem Abend. Die verleihenden Einrichtungen sind häufig keine anerkannten Hochschulen, der Titel ist entsprechend nicht führbar.
Prüfbar ist das in wenigen Minuten: Steht die Einrichtung in anabin mit dem Status H+? Gibt es ein nachvollziehbares Verfahren mit Gremienbeschluss? Wird ein Beitrag, eine Gebühr oder eine Spende erwartet? Die dritte Frage beantwortet meist schon alles.
Warum das für uns wichtig ist
Wir begleiten ausschließlich zu echten Promotionsverfahren. Ein Ehrendoktorat können und wollen wir nicht vermitteln, und niemand kann es seriös anbieten, weil die Entscheidung allein bei den Gremien einer Fakultät liegt.
Wer einen führbaren Doktorgrad möchte, kommt an einer eigenen wissenschaftlichen Leistung nicht vorbei. Genau das macht den Grad haltbar, und genau darin liegt der Unterschied zu allem, was auf diesen Veranstaltungen verteilt wird.
Nachgefragt.
Darf ein Ehrendoktor sich Dr. nennen?+
Nur mit dem Zusatz h.c. oder E.h. Ohne diesen Zusatz ist die Führung unzulässig.
Kann man sich für einen Ehrendoktor bewerben?+
Nein. Der Vorschlag kommt aus der Fakultät, die Verleihung beschließen die Gremien.
Sind gekaufte Ehrendoktorate strafbar?+
Die Verleihung selbst ist es nicht zwingend. Strafbar kann aber die unbefugte Führung sein, etwa ohne den Zusatz h.c.
Kann ein Ehrendoktorat in den Ausweis eingetragen werden?+
Nur in der zulässigen Form mit Zusatz und nur, wenn die verleihende Einrichtung anerkannt ist.
Ist ein Ehrendoktorat wertlos?+
Eine echte Ehrenpromotion einer anerkannten Universität ist eine hohe Auszeichnung. Sie ersetzt aber keinen erarbeiteten Doktorgrad und wird anders geführt.
Wie erkenne ich ein unseriöses Angebot?+
An Gebühren, an Bewerbungsmöglichkeiten, an Massenveranstaltungen und daran, dass die Einrichtung in anabin nicht mit H+ geführt ist.
Passt dazu.
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